Berufsunfähigkeitsversicherung: Arbeitskraft und Einkommen absichern

Für die meisten Menschen ist die eigene Arbeitskraft die Grundlage ihres Einkommens und damit ihrer finanziellen Existenz. Kann der ausgeübte Beruf aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder eines Kräfteverfalls dauerhaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausgeübt werden, kann ein erheblicher Teil des bisherigen Einkommens wegfallen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört deshalb zu den wichtigsten Formen der Einkommensabsicherung. Sie zahlt bei bedingungsgemäßer Berufsunfähigkeit eine vereinbarte monatliche Rente und kann so helfen, laufende Kosten und den bisherigen Lebensstandard weiterhin zu finanzieren.

Dabei ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur für Arbeitnehmer und Selbstständige interessant. Auch für Auszubildende, Studenten und bereits für Schüler kann ein früher Abschluss sinnvoll sein. Neben häufig günstigeren Einstiegsbeiträgen kann vor allem der Gesundheitszustand beim späteren Abschluss eine entscheidende Rolle spielen.

Entscheidend ist nicht nur, überhaupt versichert zu sein, sondern eine ausreichend hohe BU-Rente und leistungsstarke Versicherungsbedingungen zu vereinbaren.

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Warum die gesetzliche Absicherung häufig nicht ausreicht

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung orientiert sich grundsätzlich daran, ob der zuletzt ausgeübte Beruf aus gesundheitlichen Gründen noch ausgeübt werden kann. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente verfolgt dagegen einen anderen Ansatz: Entscheidend ist grundsätzlich, wie viele Stunden täglich noch auf dem allgemeinen Arbeitsmarktgearbeitet werden können – unabhängig vom bisher ausgeübten Beruf.

Wer gesundheitlich noch mindestens sechs Stunden täglich arbeiten kann, gilt grundsätzlich nicht als erwerbsgemindert. Bei einem Leistungsvermögen von drei bis unter sechs Stunden kann eine teilweise und bei weniger als drei Stunden eine volle Erwerbsminderung vorliegen. Zusätzlich müssen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Gerade wenn das bisherige Einkommen deutlich über den gesetzlichen Leistungen liegt, kann eine erhebliche Versorgungslücke entstehen.

Auch eine private Unfallversicherung kann die BU nicht ersetzen. Sie leistet bei einer dauerhaften unfallbedingten Invalidität, während eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch dann greifen kann, wenn beispielsweise Erkrankungen die Ursache der Berufsunfähigkeit sind.

Das Risiko sollte dabei nicht unterschätzt werden: Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft liegt die Wahrscheinlichkeit für privat abgesicherte Personen im Durchschnitt bei rund 25 Prozent, im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig zu werden.

Auf die Versicherungsbedingungen kommt es an

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet nicht allein der Beitrag über die Qualität des Versicherungsschutzes. Gerade die Versicherungsbedingungen können im Leistungsfall entscheidend sein.

Wichtig ist beispielsweise, wie Berufsunfähigkeit definiert wird, welcher Prognosezeitraum gilt und ob auf eine abstrakte Verweisung verzichtet wird. Bei Selbstständigen sollte zusätzlich genau geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen der Versicherer eine Umorganisation des Betriebes verlangen kann.

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Höhe der BU-Rente – und zwar nicht nur bei Vertragsabschluss. Durch Inflation verliert eine heute ausreichend erscheinende Absicherung über die Jahre erheblich an Kaufkraft. Deshalb empfehle ich eine Dynamik von mindestens 3 % pro Jahr, durch die sich die versicherte BU-Rente während der Vertragslaufzeit regelmäßig erhöht.

Davon zu unterscheiden ist die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall. Sie sorgt dafür, dass eine bereits gezahlte Berufsunfähigkeitsrente während einer länger andauernden Berufsunfähigkeit jedes Jahr weiter steigt. Gerade bei einem Leistungsbezug über zehn, zwanzig oder mehr Jahre kann dies einen erheblichen Unterschied machen. Ich empfehle hier eine garantierte jährliche Steigerung von mindestens 2 %. Sie hilft dabei, den Kaufkraftverlust während einer langjährigen Berufsunfähigkeit abzufedern.

Auch eine Arbeitsunfähigkeitsklausel – häufig als „Gelbe-Schein-Regelung“ bezeichnet – halte ich für eine sinnvolle Ergänzung. Sie kann bereits bei einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit eine Leistung ermöglichen, ohne dass zunächst eine Berufsunfähigkeit abschließend festgestellt werden muss. Je nach Versicherer und Tarif gelten hierfür unterschiedliche Voraussetzungen und Leistungszeiträume. Besonders interessant kann dieser Baustein sein, wenn keine separate Krankentagegeldabsicherung besteht oder eine längere Krankheitsphase finanziell nur begrenzt aus eigenen Mitteln überbrückt werden kann.

Ebenso wichtig sind umfangreiche Nachversicherungsgarantien. Sie ermöglichen es, die BU-Rente später bei bestimmten Ereignissen – beispielsweise bei steigendem Einkommen, Heirat, Familiengründung oder anderen vertraglich festgelegten Anlässen – ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Gute Tarife bieten darüber hinaus teilweise auch Erhöhungsmöglichkeiten ohne konkreten Anlass.

Besonders sorgfältig sollte außerdem mit der Gesundheitsprüfung umgegangen werden. Gesundheitsfragen müssen vollständig und korrekt beantwortet werden. Bei bestehenden oder früheren Erkrankungen kann es sinnvoll sein, zunächst eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern durchzuführen, anstatt unmittelbar einen Antrag zu stellen.

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung besteht deshalb nicht einfach aus einer möglichst hohen Rente zu einem günstigen Beitrag. Eine ausreichende BU-Rente, mindestens 3 % Dynamik, eine garantierte Rentensteigerung von mindestens 2 %, gute Nachversicherungsmöglichkeiten und eine leistungsstarke AU-Klausel gehören für mich zu den wichtigsten Bausteinen einer langfristig guten Absicherung.

Ich unterstütze Sie dabei, unterschiedliche Tarife und deren Versicherungsbedingungen zu vergleichen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, die zu Ihrer beruflichen und persönlichen Situation passt – in Berlin oder online.

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